Kolberg

Auf einem Berg aus Sand wohne ich oder der Berg lockt

gemeinde heidesee kolberg

Die Kolberger, die die Lage ihres Wohnsitzes am 92 m hohen Kolberg mit den Worten des Dichters und ehemaligen Mitbewohners Henryk Bereska „auf einem Berg aus Sand wohne ich …“ beschreiben könnten, verweisen mit Recht darauf, dass ihre Vergangenheit und Gegenwart nun aber wirklich nicht auf dem (eiszeitlich entstandenen) sprichwörtlichen Sand gebaut ist. Bereits in ferner Vergangenheit, vor 4000 Jahren, lebte hier - belegt durch einen Grabfund - eine berühmte Stammesfürstin. Siedlungsentwicklungen in der Urgeschichte, der römischen Kaiserzeit und der mittelalterliche Dorfkern (Platzeckdorf) sind als Bodendenkmal geschützt. Kolbergs Bewohner gingen seit jeher ehrbaren, meist mit der schönen Natur der Umgebung verbundenen Berufen, wie dem Fischen, Jagen, Vieh- und Bienenzüchten oder Ziegelbrennen, nach. Immer aber - so berichten Chronisten und Zeitzeugen seit der ersten urkundlichen Erwähnung „Kalbergs“ im Jahre 1321 - weckte die höchste Erhebung weit und breit die Lust aller Bewohner und Berufsgruppen am Fabulieren oder kreativen Arbeiten.

Erzählt wird gern von dem legendären Riesen auf dem Berg, der seinem übermütigen steinewerfenden Sohn mit dem lauten Ruf „Lass bloß sin“ zum Einhalten bewegte und so den Blossinern zu ihrem Ortsnamen verholfen hätte. Keine Legende ist, dass sich seit den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts bis zur heutigen Zeit vom Kolberg eine für die Region ungewöhnlich große Schar von dichtenden, schreibenden, schauspielernden, musizierenden, malenden oder anderweitig schöpferisch gestaltenden „Geistern“ locken ließ und sich zeitweilig oder für immer um ihn versammelte. Manche nennen Kolberg daher ein Dichter- oder Künstlerdorf. Auch die über 100-jährige Tradition als Berliner Erholungsgebiet durch den Dampferanleger und die kinderfreundliche Liegewiese am Wolziger See ziehen Einheimische und Gäste an. Der an einen Riesenwels erinnernde Fisch in Strandnähe ist schon lange dort und hätte es vor noch längerer Zeit wegen plötzlich einsetzender Ebbe nicht mehr ins Wasser zurückgeschafft und sei zu Stein geworden.

Einwohner: 408 (Stand: 31.12.2022)
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